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Die neuen Basisinformationsblätter nach der PRIIPs-Verordnung

  • Germany

    30-08-2016

    Als PRIIPs („Packaged Retail and Insurance-based Investment Products“) gelten eine Reihe von Finanzanlagen, die an Privatanleger und semiprofessionelle Anleger vertrieben werden. Offene und geschlossene Fonds (OGAW und AIF) oder Vermögensanlagen i.S.d. Vermögensanlagengesetzes zählen ebenso dazu wie strukturierte Finanzanlagen oder Versicherungsprodukte mit Anlagecharakter. Denn allen diesen Anlagen ist eines gemeinsam: Sie „verpacken“ einen Vermögenswert in ein Finanzprodukt. In der Folge entstehen Risiken, Produktmerkmale und Kostenstrukturen, die der „unverpackte“ Vermögenswert so nicht hatte.

    Um dem Anleger diese Risiken und Merkmale transparent zu machen und die Vergleichbarkeit der höchst unterschiedlichen PRIIPs zu erhöhen, schreibt die PRIIPs-Verordnung künftig die Verwendung einheitlicher Anleger-Kurzinformationen vor. Auf drei standardisierten DIN A4-Seiten, dem „Basisinformationsblatt“, sollen die Anleger künftig einen leicht verständlichen Überblick über das jeweilige Anlageprodukt erhalten. Das Basisinformationsblatt wird die verschiedenen bisher verwendeten Informationsblätter ersetzen.

    Betroffen von der PRIIPs-Verordnung sind Produktgeber und Vertriebe gleichermaßen. Erfasst werden insbesondere Kapitalverwaltungsgesellschaften, Kreditinstitute, Versicherungsunternehmen und Vertriebe mit der Erlaubnis nach § 34f GewO.

    Nach aktuellem Stand muss PRIIPs-Anlegern das Basisinformationsblatt bereits ab dem 31.12.2016 zur Verfügung gestellt werden. Viele Anwendungsfragen sind zwar noch ungeklärt und es wird bereits diskutiert, den Einführungszeitpunkt zu verschieben. Das Ergebnis dieser Diskussion ist jedoch nach wie vor offen.

    Für OGAW und AIF, die über wesentliche Anlegerinformationen im Sinne des Kapitalanlagegesetzbuches verfügen, gilt in jedem Falle eine „Schonfrist“: Für diese Finanzanlagen müssen die Basisinformationsblätter erst ab dem 31.12.2019 eingeführt werden. Doch auch die „Schonfrist“ hat ihre Tücken. Denn die Europäische Kommission hat erklärt, dass selbst für bereits ausplatzierte Anlageprodukte Basisinformationsblätter zu erstellen sind, wenn diese Produkte noch auf dem Sekundärmarkt gehandelt werden. Die Kommission hat auch deutlich gemacht, dass sie den Begriff „Sekundärmarkt“ weit versteht. Eine Begrenzung des Problems durch eine enge Definition des Begriffs „Sekundärmarkt“ ist damit unwahrscheinlich. Betroffene Unternehmen sollten sich daher darauf einstellen, ab dem 31.12.2016 für ihre bereits vertriebenen Finanzanlagen Basisinformationsblätter zu erstellen, die auf der Internetseite der Unternehmen zu veröffentlichen sind. Eine Übergangsregelung ist nicht vorgesehen! Allein in der Fondsbranche könnten mehrere tausend Altprodukte von dieser Anforderung betroffen sein.

    Zwar werden Inhalt und Form der Basisinformationsblätter in der PRIIPs-Verordnung und den sogenannten „Regulatory Technical Standards“ zu der Verordnung genau festgelegt. Doch entspannt zurücklehnen sollte man sich deshalb nicht: Vor allem bei der Darstellung der Performanceszenarien und der Kosten stehen die betroffenen Unternehmen vor erheblichen Herausforderungen. Kopfzerbrechen bereiten auch die Anforderungen an die Darstellung des Gesamtrisikoindikators. So wird etwa Finanzanlagen, deren Preise nicht monatlich ermittelt werden (beispielsweise Immobilienfonds), pauschal ein hohes Marktrisiko zugewiesen. Das hat zwangsläufig negative Folgen für den Gesamtrisikoindikator. Abhilfe kann die Anwendung sogenannter Replikationsmodelle schaffen, die eine individuelle Berechnung des Marktrisikos ermöglicht und so eine pauschale Risikobewertung vermeidet.

    Wir beraten Sie gerne in allen Fragen, die für die Erstellung des Basisinformationsblattes erforderlich sind.

    Disclaimer

    This information is for guidance purposes only and should not be regarded as a substitute for taking legal advice. Please refer to the full terms and conditions on our website.

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